„Ein Android-Update? Habt ihr noch ein wenig Zeit…?“

So könnte die Antwort der Hersteller von Android-Phones sein, wenn sie von den Usern gefragt werden, wann sie denn endlich das neueste Update für ihre Geräte bekommen.

Aber wo liegt denn eigentlich das Problem?

Android ist mittlerweile mit ungefähr 70% Marktanteil die klare Nummer 1 vor iOS, welches sich mit etwa 25% den zweiten Platz auf dem heiß umgekämpften Smartphone-Markt sichert. Während iOS aber nur von Apple genutzt wird, ist Android Open Source und kann von jedem Hersteller kostenlos und ohne Lizenzgebühren genutzt werden. Und das ist auch das eigentliche Problem: um sich von der Konkurrenz abzuheben, versieht jeder Hersteller seine Firmwares mit seiner eigenen Benutzeroberfläche (engl. UI = User Interface). Diese Veränderungen sind sehr tiefgreifend und erstrecken sich über das gesamte System (und nicht, wie viele meinen, nur über den Launcher).

nexus7-logo

 

Die Nexus-Reihe ist das positive Beispiel im „Update-Dschungel“.

Manche Erweiterungen erscheinen eventuell sinnvoll, so bietet zum Beispiel Samsung beim Galaxy Note 2 die S Pen – Erweiterung. Das ist einfach gesagt ein Stift, mit dem aber wesentlich mehr als nur das simple Zeichnen möglich ist. Oder es sind herstellereigene Apps vorinstalliert, die besser als ihre Nexus-Pendants (als Beispiel sei die Kamera-App genannt). Diese Veränderungen sind aber sehr zeitaufwändig und müssen für jedes Gerät bei jedem Update wieder eingebaut werden. Veröffentlicht Google als ein Update für das Android-Betriebssystem, so wird es sofort an die hauseigene Nexus-Serie ausgeliefert. Für alle anderen heißt es warten, bis die Hersteller die Firmware wieder fertig angepasst haben.

Um diesem Zustand entgegenzuwirken, rief Google im Juli 2012 das Platform Development Kit (PDK) ins Leben, um Herstellern gewisse Teile des Sourcecodes schon  2 Monate vor der Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen. Die Updatewartezeiten haben sich aber dennoch nicht verringert. Und selbst wenn der Hersteller das Update schlussendlich freigeben sollte, bekommen längst nicht alle Benutzer dieses einen Gerätes ein Update. Denn sobald das Smartphone gebrandet ist, haben es die jeweiligen Provider in der Hand, ob sie die Firmware anpassen und das Update freigeben – dies dauert natürlich auch wieder.

Das Computermagazin c’t hat überprüft, wie lange man durchschnittlich auf Hersteller-Updates (für Smartphones ohne Branding) warten muss, nachdem sie für die Nexus-Reihe veröffentlicht wurde. Am schnellsten ist hier HTC mit durchschnittlich 5,9 Monaten vor Sony mit 7,3. Am schlechtesten schneidet LG mit satten 11,7 Monaten ab – also fast einem ganzen Jahr (!) Wartezeit.

Wartezeit

Was kann man als User tun?

Im Grunde genommen nicht viel. Bessere Chancen auf Updates hat man, wenn man Flaggschiffe der jeweiligen Hersteller kauft, denn diese werden wesentlich länger und schneller mit Updates versorgt als günstige Einstiegssmartphones. Es bleibt also nur die Option, auf Nexus-Geräte zurückzugreifen (ich bin mit meinem Nexus 7 sehr zufrieden und kann es nur weiterempfehlen ;)) oder eben gänzlich auf Updates zu verzichten. Denn so weit wie bei den PCs – wo man die Hardware kauft und im Anschluss quasi jede Software nutzen kann und Updates direkt vom Hersteller kommen – sind wir im Smartphonemarkt leider noch lange nicht.

 

3 Antworten auf „„Ein Android-Update? Habt ihr noch ein wenig Zeit…?““

  1. ASUS soll was Updates angeht ja wirklich vorbildlich sein. Schade das die in der Statistik nicht auftauchen. Leider ist der Langzeit-Support, für meinen Geschmack, bei allen Herstellern unzureichend. Viel zu schnell werden Geräte schon nicht mehr mit Updates versorgt, siehe HTC Desire HD. Zu dem Zeitpunkt wurde das Gerät noch neu verkauft. Ich finde 2 Jahre sollten für Flaggschiff Geräte schon sein.

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