BlackBerry, Klappe, die zehnte…

BlackBerry Q10 vs. Apple, Samsung, HTC und Huawei Nicht nur in Deutschland hat der kanadische Technikriese BlackBerry mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen. Dennoch gibt sich die Leitung des Konzerns optimistisch: Nun soll das im Herbst erscheinende Betriebssystem BlackBerry OS 10.3 für einen Kundenzuwachs sorgen. Was sich der Vorstand und die Entwicklerteams der RIM (Research in Motion) Gruppe einfallen lassen haben, mit welchen Geräten das Software-Spektakel bereits genutzt werden darf, und was es mit den beiden parallel erscheinenden Smartphones „Passport“ und „Classic“ auf sich hat, verraten die folgenden Zeilen.

Das neue BB OS: Schönheitseingriff oder Revolutionsversuch

In der Vergangenheit musste sich BlackBerry vor allem für sein Betriebssystem immer wieder Kritik gefallen lassen: Die komplizierte beziehungsweise kaum ausreichende Versorgung mit kleinen Zusatzprogrammen, sogenannten Apps, sowie gänzlich anders strukturierte Menüführungen, die allen Android- und iOS-Nutzern einen Umstieg deutlich erschwerten, ließen Smartphones und Tablet-PCs samt BlackBerry OS schnell zum Ladenhüter mutieren. Das neue Betriebssystem in der Version 10.3 versucht nun zumindest auf optischem Wege, eine Brücke zu den konkurrierenden Systemen herzustellen. So wird zunächst einmal die Hintergrundfläche eines aufgerufenen Menüs nicht mehr transparent, sondern statisch dargestellt. Wichtige Funktionen im MP3-Player, Einstellungen und Hervorhebungen bei der Tastatur werden nun außerdem mit einem markanten Rotton untermalt. An der eigentlichen Menüführung ändert sich jedoch nichts: Hier und da werden dem Nutzer nach wie vor überladene und verlinkte Strukturen präsentiert, welche den Einstieg in die BlackBerry-Betriebssystemwelt nach wie vor verkomplizieren dürften.
Immerhin: Mit einer cleveren Stromspartechnik, welche je nach Einstellung verschiedene Aktionen hervorrufen und bereits durch das Auflegen des Bildschirms auf die flache Hand aktiviert wird, zeigt sich BlackBerry 10.3 recht umweltbewusst. Pluspunkte gibt es zudem für eine sinnvolle Kamerasteuerung, welche nun unter anderem die Regulierung der Aufnahmegeschwindigkeit (30 oder 60 fps) erlaubt. Auch die erweiterte Suchfunktion „Smart Search“ kommt gut an: So können nicht nur die Inhalte des Smartphones, sondern auf Wunsch auch die unendlichen Weiten des Internets nach diversen Begrifflichkeiten durchforstet werden. Mit der letzten großen Innovation, einer hauseigenen Sprachsoftware, konnte BlackBerry 10.3 jedoch bislang nicht überzeugen. Auf dem Z30, dem derweil einzigen Modell, auf dem BlackBerry OS 10.3 läuft, sorgten Fehlinterpretation und Aussetzer immer wieder für Unmut während des Hightech-Smalltalks.

Smartphone-Nachschub noch im Herbst

Neben dem Software-Update BlackBerry 10.3 sollen noch zwei Hardwareneuheiten in diesem Jahr aus Kannada für weltweites Aufsehen sorgen. Das „Passport“, welches zunächst

BlackBerry Passport Classic

via nextpowerup.com

unter dem Namen „Windermere“ gehandelt wurde, soll schon aufgrund seiner Form von sich Reden machen: Ein quadratischer Bildschirm, mit einer Auflösung von 1.400 x 1.400 Pixeln auf einer Diagonalen von 4 Zoll, sowie ein integrierter Softkey-Tastaturen-Block verleihen dem Smartphone ein ohne Frage einzigartiges Aussehen. Ob sich das Modell, ausgestattet mit einem Quad-Core-Prozessor, einer vermutlich 13 Megapixel starken Handykamera und einem 3 GB dicken Arbeitsspeicher allerdings auch funktional auf dem hiesigen Telekommunikations- und Unterhaltungsmarkt durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Mit einem sehr leistungsstarken Akku, welcher angeblich eine Leistung von über 3.300 mAh mit sich bringen soll, höchstwahrscheinlich allerdings nicht ausgewechselt werden darf, bietet das Modell schließlich durchaus Vorteile, gleichzeitig aber auch entscheidende Negativpunkte. Über das zweite Modell, das Classic, sind bis auf dessen Ausmaße, welche – wer hätte es gedacht – denen eines klassischen BlackBerry-Modells wie dem Q10 gleichen und eine überarbeite Trackball-Leiste mit sich bringen soll, übrigens keine weiteren Informationen bekannt. Was die beiden Modelle, und vor allem das neue Betriebssystem, letzten Endes zu bieten haben, läst sich demnach erst Mitte Oktober klären, wenn es die beiden Alleskönner-Handys offiziell zu kaufen geben soll.

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